gmbh mantel kaufen hamburg Europäisches Patentamt hält unverdient erteiltes Patent aufrecht.

München (ots) – Das Europäische Patentamt (EPA) hat entschieden, ein Patent des
Pharmaunternehmes Gilead auf das Hepatitis-Medikament Sofosbuvir
aufrecht zu erhalten. Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und weitere
Organisationen aus insgesamt 17 Ländern hatten das Patent auf einen
pharmazeutischen Bestandteil des Wirkstoffes angefochten. Das EPA gab
der Anfechtung nicht statt, obwohl es sich um einen inaktiven
Bestandteil handelt, der keinen direkten therapeutischen Effekt hat.

Ärzte der Welt ist überzeugt, dass das Patent unverdient erteilt
wurde. Es behindert den Zugang Hunderttausender Patienten in Europa
zu einer bezahlbaren Behandlung. Dieser Fall zeigt, wie
Pharmaunternehmen das Patentsystem missbrauchen, indem sie Patente
nur für die eigenen ökonomischen Interessen nutzen.

Dieser Missbrauch des Patentsystems ermöglicht Monopole und erlaubt
Unternehmen, exorbitante Preise für lebenswichtige Medikamente zu
kassieren. In Europa verlangt Gilead immer noch bis zu 43.000 Euro
für die zwölfwöchige Behandlung, deren zentraler Wirkstoff Sofosbuvir
ist. Die massive finanzielle Belastung der europäischen
Gesundheitssysteme geht letztendlich auf Kosten der Beitragszahler.
Bis heute sind so bereits rund 8,5 Milliarden Euro in die Taschen von
Gilead geflossen

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. Das treibt die Gesundheitssysteme an die Grenzen
ihrer Kapazitäten. Viele Länder sind sogar gezwungen, die auf
Sofosbuvir basierende Behandlung, die die aktuell wirkungsvollste
ist, zu rationieren.

„Wir sehen diese Entscheidung des Europäischen Patentamts mit großer
Sorge. Das Patentsystem in Europa funktioniert nicht. Wir befürchten,
dass dies Konsequenzen für die vielen neuen Krebsmedikamente hat, die
derzeit auf den Markt kommen. Ihr Preis ist sogar zehnmal höher als
der Preis von Sofosbuvir“, sagt Olivier Maguet von der Ärzte der
Welt-Medikamentenkampagne.

Ärzte der Welt fordert die europäischen Regierungen auf, die Mängel
des europäischen Patentsystems nicht länger hinzunehmen. Durch die
Anfechtung hat Ärzte der Welt Gilead immerhin dazu gezwungen, das
Patent schon im Vorfeld der Anhörung zu verändern, wobei der
Patentschutz eingeschränkt wurde. „Es ist sehr wichtig, dass
zivilgesellschaftlichen Organisationen das Patentsystem in Europa
herausfordern. Dies ist die einzige Möglichkeit, um den Missbrauch
der Pharmakonzerne und den Mangel an genauer Prüfung durch das EPA zu
dokumentieren“, sagt François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der
Welt Deutschland.

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Ute ZURMÜHL
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